Du willst endlich einen Aussaatkalender regional erstellen, der wirklich zu deinem Klima, deinem Boden und deinem Alltag passt? Stell dir vor, du säst zur richtigen Zeit, erntest entspannt in Wellen statt in Stress-Spitzen und lässt gleichzeitig Bodenleben und Biodiversität aufblühen. Genau darum geht’s hier: um einen praxistauglichen, grünen und regionalen Fahrplan, der sich anfühlt wie ein Gespräch mit deinem Garten – und nicht wie ein starres Datum im Kalender. Du bekommst Schritt-für-Schritt-Anleitungen, phänologische Signale aus der Natur, Permakultur-Tricks und Praxisbeispiele von der Küste bis zum Stadtbalkon. Alles bio, ohne Chemie, und mit einer ordentlichen Portion Herz für lebendige Böden. Lust auf Ernteglück? Los geht’s.
Unser Fokus: Du erstellst deinen Aussaatkalender regional, statt dich blind auf allgemeine Empfehlungen zu verlassen. Das spart Wasser, verhindert Frust und stärkt dein Garten-Ökosystem. Klingt gut? Noch besser fühlt es sich an, wenn die ersten Radieschen zur Forsythienblüte knackig aus dem Beet grinsen, während Bohnen, Zucchini und Tomaten punktgenau starten – geschützt, robust, im Flow mit deinem Standort.
Um die Grundlage der verschiedenen Pflanzmethoden, wie etwa Gemüsebänke, Obstspaliere und duftende Kräuterbeete, besser zu verstehen, kannst du dich intensiver mit Gemüse-, Obst- & Kräuteranbau auseinandersetzen. In diesem Leitfaden findest du fundierte Tipps zur optimalen Bodenbearbeitung, zum Anlegen von Fruchtfolgen und zur saisonalen Verteilung der Kulturen, die es dir ermöglichen, eine reichhaltige und nachhaltige Ernte zu erzielen. Gerade als Einsteigerinnen und Einsteiger oder als Umsteiger auf ökologischen Anbau lohnt sich dieser gründliche Blick besonders. So wird der Start ins Gartenjahr deutlich entspannter.
Bevor du deine Jungpflanzen direkt im Freiland ausbringst, ist das richtige Abhärten ein entscheidender Schritt, damit sie nicht beim ersten Kälteeinbruch schlappmachen. In unserem ausführlichen Beitrag zum Jungpflanzen richtig abhärten erklären wir dir, wie du Temperaturwechsel, Wind und Sonne schonend dosierst, um robuste und vitale Setzlinge zu erhalten. Mit diesen praktischen Anleitungen reduzierst du später Gießaufwand und Pflanzenschutzbedarf und legst den Grundstein für gesunde, widerstandsfähige Pflanzen im Aussaatkalender.
Ein regionaler Aussaatkalender lebt von selbstgewonnenem Saatgut. Unser Artikel zum Saatgut biologisch gewinnen zeigt dir, welche Sorten sich am besten eignen, wie du reife Samenkapseln und Früchte schonend aussuchst, reinigst und trocknest. Außerdem erfährst du, welche Hygieneschritte beim Lagern wichtig sind, damit deine Ernte keine Pilzsporen mitbringt. So baust du Schritt für Schritt einen nachhaltigen Vorrat auf und bleibst unabhängig von externen Anbietern.
Warum ein regionaler Aussaatkalender? Klima, Boden und Biodiversität im Blick
Ein regionaler Aussaatkalender ist keine Tabellenübung, sondern ein lebendiger Plan, der deine Umgebung ernst nimmt: Temperaturverlauf, Spätfrost, Bodentyp, Wind, Regen, Nützlinge und Blütenangebot. Was auf dem Papier nach „viel“ klingt, fühlt sich in der Praxis erstaunlich leicht an, wenn du es einmal verinnerlicht hast. Denn statt monatelang zu rätseln, orientierst du dich an klaren Fenstern und Signalen – und triffst bessere Entscheidungen.
Klima und Frostfenster: Timing statt Bauchweh
Deutschland ist vielfältig. Küstenlagen sind milder und windiger, Mittelgebirge starten später, im Alpenvorland lauern Strahlungsfröste bis weit in den Mai. Wer seinen Aussaatkalender regional erstellt, arbeitet mit Zeitkorridoren, nicht mit starren Daten. Entscheidend sind: letzter Spätfrost im Frühjahr, erster Frost im Herbst, Bodentemperaturen (8–10 °C für Möhren, 12–14 °C für Bohnen) und die Wärme-Speicherkapazität deines Standorts (Südwand? Kaltluftsenke?).
Boden als Taktgeber: Sand, Lehm, Ton
Leichte Sandböden erwärmen sich früh, brauchen aber Mulch und Kompost, damit Feuchtigkeit bleibt. Schwere Böden starten später, punkten dann aber mit Wasserhaltevermögen – Gold wert in heißen Sommern. Ein kluger Kalender hat deshalb Zonen: „frühwarm“ (Hochbeet, Kompostnähe, Südlage), „ausgeglichen“ (Standardbeet) und „spätkühl“ (Nordlage, Senke). Jeder Kultur weist du pro Zone ein Startfenster zu. Klingt nach Nerdkram? Ist in Wahrheit das Geheimnis entspannter Ernten.
Biodiversität: Mit Nützlingen gärtnern
Ein regionaler Kalender denkt an blühende Begleiter, Auflück-Saaten und Ruhezeiten im Beet. Er plant Nektarquellen für Bestäuber, Lockpflanzen für Nützlinge und Netze/Vliese für sensible Phasen (Kohlweißling, Möhrenfliege) gleich mit ein. So lenkst du das System in Balance – und reduzierst die Notwendigkeit von Eingriffen auf ein Minimum.
Aussaatkalender regional erstellen: Schritt-für-Schritt mit Biometrie-Info.de
Alles beginnt mit Beobachtung und klaren Zielen. Danach werden aus Monaten Zeitfenster, aus allgemeinen Tipps konkrete Entscheidungen. So baust du deinen Kalender auf:
- Standortprofil notieren: Postleitzahl, Höhenmeter, Lage (Hang/eben), Exposition (Süd/Nord), Nähe zu Wasser/Wald, Windkanäle.
- Frostfenster ermitteln: Spanne für letzten Spätfrost (z. B. 25. April–20. Mai) und ersten Herbstfrost (z. B. 20. Okt.–10. Nov.). Trage statt fixer Tage immer Korridore ein.
- Beet-Zonen kartieren: Markiere „frühwarm“, „ausgeglichen“, „spätkühl“. Hochbeete, Südmauern und Steinflächen zählen als Turbozonen.
- Ernteziele definieren: Frühstart? Gleichmäßige Versorgung? Lagergemüse im Fokus? Das steuert Sortenwahl, Sätze und Voranzucht.
- Kulturliste fokussieren: 12–20 Hauptkulturen plus Begleiter (Kräuter, Blumen, Gründüngung). Klasse statt Masse.
- Voranzucht vs. Direktsaat: Wurzelgemüse direkt säen, wärmeliebende Fruchtgemüse (Tomate, Kürbis, Paprika) vorziehen. Blattgemüse flexibel.
- Phänologie verknüpfen: Naturzeichen als Startschuss nutzen (Forsythie, Apfelblüte, Holunderblüte).
- Folgesaaten staffeln: Salat alle 2–3 Wochen, Radieschen 10–14 Tage, Buschbohnen 3–4 Wochen – mit Hitzepausen im Hochsommer.
- Mischkultur + Fruchtfolge festnageln: Familien jährlich rotieren (4–6 Felder), Partnerpflanzen einplanen.
- Puffer und Schutz: Vlies, Netze, Hauben, Schattierung, Ersatzsämlinge – im Kalender als „Backup-Woche“ markieren.
- Dokumentieren, bewerten, anpassen: Nach jeder Saison Fenster um 1–2 Wochen feinjustieren. So wird dein Kalender jedes Jahr besser.
Monats- und Regionenmatrix: Startfenster zum Anpassen
Diese Matrix ist dein Sprungbrett, kein Dogma. Gleiche sie mit Wetter, Bodentemperatur und Naturzeichen ab – und mit deinem Mikroklima.
| Kultur | Küste | Mittelgebirge | Alpenvorland | Stadtbalkon |
|---|---|---|---|---|
| Spinat (Direktsaat) | Feb–Mär; Sep | Mär–Apr; Sep | Mär–Apr; Sep | Feb–Mär; Sep |
| Möhre (Direktsaat) | Mär–Apr | Apr–Mai | Apr–Mai | Mär–Apr (Südlage/Hochbeet) |
| Rote Bete (Direktsaat) | Apr–Mai; Jul (Spätsatz) | Mai; Jul | Mai; Jul | Apr–Mai; Jul |
| Erbse (Direktsaat) | Mär | Mär–Apr | Apr | Mär–Apr (tiefer Kasten) |
| Kartoffel (Pflanzung) | Mär–Apr | Apr–Mai | Apr–Mai | Mär–Apr (Sack/Kübel) |
| Salat (Sätze) | Mär–Sep alle 3–4 Wochen | Apr–Sep alle 3–4 Wochen | Apr–Sep alle 3–4 Wochen | Mär–Okt (Schattierung im Hochsommer) |
| Radieschen (Sätze) | Mär–Mai; Aug–Sep | Apr–Mai; Aug–Sep | Apr–Mai; Aug–Sep | Mär–Mai; Aug–Okt |
| Tomate (Pflanzung) | Mai (nach Eisheiligen, geschützt) | Ende Mai–Juni | Ende Mai–Juni | Mai (Balkon oft früher möglich) |
| Zucchini/Kürbis (Pflanzung) | Mai | Ende Mai–Juni | Ende Mai–Juni | Mai–Juni (große Kübel) |
| Buschbohne (Direktsaat) | Mai–Jun; Jul (2. Satz) | Juni; Jul (2. Satz) | Juni; Jul | Mai–Jun; Jul |
| Kohl (Pflanzung) | Apr–Mai; Jul (Herbstkohl) | Mai; Jul | Mai; Jul | Mai (kompakte Sorten) |
| Lauch (Pflanzung) | Apr–Jun | Mai–Jun | Mai–Jun | Apr–Jun (tiefe Kübel) |
Tipp: Lege für jede Kultur zwei Spalten an – „frühwarm“ und „spätkühl“. Das Strecken der Saaten über 2–4 Wochen ist dein Versicherungsschein gegen Wetterkapriolen.
Bio-Saatgut auswählen: Regional angepasst, samenfest und ohne Chemie
Wer seinen Aussaatkalender regional erstellen will, beginnt mit Saatgut, das im Biolandbau vermehrt wurde, ohne synthetische Beizung auskommt und vital auf gesunde Böden reagiert. Bio-Saatgut ist mehr als ein Etikett: Es ist ein Umwelt- und Qualitätsversprechen.
Regional angepasst und samenfest
Setze auf Sorten, die in ähnlichen Klimaräumen selektiert wurden. Samenfeste Sorten lassen sich sortenecht nachbauen, passen sich über die Jahre an deinen Standort an und stärken deine Unabhängigkeit. F1-Hybriden können Ertragsvorteile bieten, sind aber nicht nachbaufähig. Unser Kompromiss: überwiegend samenfeste Bio-Sorten, gezielt ergänzt durch einzelne F1-Typen dort, wo sie echte Vorteile bringen (z. B. Krankheitsresistenzen bei Gurken oder Kohl).
Keimfähigkeit, Gesundheit, Reifezeit
Achte auf frisches Saatgut, gute Keimraten und auf Reifeangaben. In spätere Regionen passen frühreife Tomaten, kompakte Paprika und zügige Zucchini. Bei Salat lohnen Sorten mit Hitzetoleranz und Resistenz gegenüber Falschem Mehltau. Je genauer du diese Infos im Kalender notierst, desto leichter fällt im Frühjahr die Auswahl.
Vielfalt als Versicherung
Streu das Risiko. Zwei bis drei Sorten pro Kultur erhöhen die Chance auf Erfolg, wenn Wetter oder Schädlinge in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Baue dir parallel einen kleinen Saatgutkreislauf auf: Saatgut tauschen, eigene Lieblingssorten vermehren, dunkel und trocken lagern – alles fein beschriftet mit Sorte, Jahr und Herkunft.
Phänologie, Mondphasen und Mikroklima: Natürliche Taktgeber nutzen
Die Natur spricht ständig mit dir. Du musst nur hinhören – und das ist die eigentliche Magie, wenn du deinen Aussaatkalender regional erstellst.
Phänologische Marker
- Haselblüte: Startschuss für erste Kaltkeimer wie Spinat und Feldsalat-Nachsaaten.
- Forsythienblüte: Frühe Kartoffeln legen, Zwiebeln stecken, in warmen Lagen erste Möhren wagen.
- Apfelblüte: Hauptfenster für Direktsaaten wie Karotte und Rote Bete; Salat und Kohlrabi pflanzen.
- Holunderblüte: Jetzt dürfen die Wärmeliebenden sicher raus – Tomaten (geschützt), Kürbis, Bohnen.
- Spätsommerblüte: Zeit für Nachernten (Endivie, Chinakohl) und Gründüngungen.
Mikroklima lesen und nutzen
Dein Garten ist ein Mosaik. Südwände speichern Wärme, Hecken bremsen Wind, Senken sammeln Kaltluft. Hochbeete legen im Frühjahr den Turbo ein, Kübel auf dem Balkon profitieren von aufgeheizten Fassaden – brauchen aber Wasserspeicher. Lass diese Zonen direkt in deine Saatfenster einfließen.
Mondphasen – Feintuning, kein Dogma
Wenn du magst: Blattgemüse bei zunehmendem Mond, Wurzeln bei abnehmendem Mond, Fruchtgemüse um Vollmond herum – solange Wetter, Bodenfeuchte und Temperatur passen. Der Mond kann Rhythmus geben, der Boden hat das letzte Wort.
Permakultur integrieren: Mischkultur, Fruchtfolge und Bodenaufbau im Jahresplan
Ein starker Aussaatkalender denkt Ökosystemleistungen mit. So pflegst du deine Flächen, während sie dich mit Ernte versorgen.
Mischkultur – gute Nachbarschaft zahlt Dividende
- Karotte + Zwiebel: Duftbarrieren gegen Möhren- und Zwiebelfliege.
- Tomate + Basilikum + Ringelblume: Mikroklima, Nützlinge, Bodengesundheit in einem Paket.
- Mais + Bohne + Kürbis (Milpa): Rankhilfe, Stickstoff, Bodenschattierung.
- Kohl + Klee/Unterssaat: Lebender Mulch, weniger Unkraut, bessere Bodenstruktur.
Trage Partnerpflanzen im Kalender ein („mit Partner säen/pflanzen“). So wird aus Einzelkultur ein stabiles System.
Fruchtfolge – Familien wandern
Plane 4–6 Fruchtfolgeflächen: 1) Starkzehrer (Kohl/Kürbis), 2) Mittelzehrer (Tomate/Lauch), 3) Schwachzehrer (Wurzelgemüse), 4) Leguminosen (Erbse/Bohne), 5) Kartoffeln, 6) Gründüngung/Brach. Notiere jährlich, welche Familie wo stand. Das senkt Krankheitsdruck und erhält Nährstoffkreisläufe.
Bodenaufbau – Gründüngung, Mulch, Kompost
Zwischen Kulturen sorgen Phacelia, Buchweizen, Kleegras, Inkarnatklee oder Winterroggen für Wurzelnahrung der Bodenlebewesen. Im Kalender sind diese „Pflegekulturen“ gleichwertig zu Möhren und Tomaten. Mulch (Grünschnitt, Laub, Strohhäcksel) schützt vor Austrocknung, Kompost liefert Mikroleben – am besten nach Regen aufbringen.
Wasser, Hitze, Schutz
Markiere kritische Phasen: Keimfenster (immer schön feucht, aber nicht nass), Hitzespitzen (Schattiernetz, Gießen am Morgen), Schädlingsfenster (Kohlweißling, Möhrenfliege – Netze/Vliese parat). Prävention schlägt Intervention – und fühlt sich besser an.
Praxis nach Regionen: Küste, Mittelgebirge, Alpenvorland und Stadtbalkon im Vergleich
Küste
Milde Winter, windig, oft sandige Böden. Die Saison startet früh, aber Trockenheit und Wind fordern gute Planung.
- Frühe Direktsaaten: Spinat, Radieschen, Ackerbohnen ab Ende Februar/März (begehbarer Boden vorausgesetzt).
- Schutz ist Pflicht: Windschutzhecken, Vliese, Mulch gegen Austrocknung.
- Tomaten unter Dach: Mai ist ok, Freiland nur sehr geschützt. Bohnen ab Mai/Juni.
- Bonus: Lange frostfreie Phase – Folgesaaten bis in den September.
Mittelgebirge
Kühlere Nächte, höhere Niederschläge, spätere Starts. Dafür stabile Sommer mit guter Bodenfeuchte.
- Voranzucht lohnt: Tomaten, Paprika, Kürbis zeitig im Haus; Pflanzung oft erst Ende Mai/Juni.
- Hochbeete und Südlagen nutzen: Sie verkürzen die Wartezeit um 1–2 Wochen.
- Sortenstrategie: Frühreife Typen, robuste Kohlsorten, Salate mit Regenerationspower.
- Gründüngung: Winterharte Mischungen ab Spätsommer zur Strukturverbesserung.
Alpenvorland
Strahlungsfröste bis in den Mai, mitunter Hagel, dafür sehr gute Sommerwärme in geschützten Lagen.
- Geduld im Frühjahr: Direktsaaten meist ab April/Mai; Frühbeete helfen enorm.
- Hagelgedanken: Netze und stabile Gerüste einplanen, Notvlies bereithalten.
- Mikroklima: Südwände, Hügelbeete, Steinmulch – alles, was Wärme speichert.
- Stark im Herbst: Lagergemüse (Kohl, Rote Bete, Sellerie) zahlt sich aus.
Stadtbalkon
Urbanes Wärmeinselklima – oft früherer Start, dafür Hitze- und Trockenstress im Sommer. Substratvolumen ist der limitierende Faktor.
- Große Kübel (20–40 l) und wasserspeichernde Substrate nutzen, konsequent mulchen.
- Sorten clever wählen: Kompakte Tomaten, Snack-Paprika, Balkonzucchini, Pflücksalate, Kräuter.
- Gießen smart: Morgens tief wässern, Untersetzer als Reservoir, ggf. Tropfbewässerung.
- Hitzepause akzeptieren: Im Hochsommer Folgesaaten in den Abend verschieben und beschatten.
Beispiel-Zeitstrahl je Region (erste 12 Wochen)
- Küste: KW 8–10 Spinat/Erbse; KW 12 Kartoffeln; KW 18 Tomaten geschützt; KW 20 Bohnen.
- Mittelgebirge: KW 12–14 Spinat/Salat; KW 16–18 Kartoffeln; KW 22 Tomaten; KW 23–24 Bohnen.
- Alpenvorland: KW 12–16 Voranzucht; KW 17–19 erste Direktsaaten; KW 22–24 Tomaten/Kürbis; KW 24 Bohnen.
- Stadtbalkon: KW 10–12 frühe Salate; KW 16 Kartoffeln im Sack; KW 19–20 Tomaten; KW 20–22 Zucchini.
So verfeinerst du deinen Kalender über das Jahr
Dein Aussaatkalender ist ein lernendes System. Mit jeder Saison wird er genauer – und du gelassener. Diese Routinen helfen:
- Erntelücken erkennen und schließen: Folgesaaten 1–2 Wochen vorziehen, wenn du Lücken bemerkst.
- Hitzefenster antizipieren: Salatsaaten abends, Keimbeete beschatten, dunkle Mulche in Hitzewellen meiden.
- Regenfenster nutzen: Direkt nach Landregen säen – spart Gießarbeit und beschleunigt die Keimung.
- Resilienz erhöhen: Mehr Arten, mehr Sorten, mehr Blühinseln. Vielfalt ist deine Versicherung.
Konkreter Saison-Plan: Vom leeren Beet zur laufenden Ernte
- Januar/Februar: Saatgut-Check, Keimprobe, Beetplan, Fruchtfolge fixen. Chili, Aubergine, Knollensellerie vorziehen.
- März: Spinat, Radieschen, Pflücksalat im Frühbeet/Hochbeet; Erbsen direkt; Frühkartoffeln im Sack; Tomaten im Haus aussäen.
- April: Möhren, Rote Bete, Pastinaken säen (Bodentemp 8–10 °C); Zwiebeln stecken; Kohlrabi/Frühsalate pflanzen.
- Mai: Nach den Eisheiligen Tomate, Zucchini, Kürbis, Gurke pflanzen; Buschbohnensäen; Mulch ausbringen; Bewässerung justieren.
- Juni: Folgesaaten Salat alle 2–3 Wochen; zweite Bohnenrunde; Gründüngung auf frei werdenden Flächen (Phacelia/Buchweizen).
- Juli/August: Herbstkulturen setzen (Endivie, Chinakohl, Grünkohl); Spätsaaten Rote Bete; Schattierung und Wassermanagement im Blick.
- September/Oktober: Wintersalate, Feldsalat, Winterspinat säen; Winterroggen als Bodenschutz; reifen Kompost auflegen.
- November/Dezember: Beetruhe, Laubmulch, Gerätepflege; Saison auswerten und Kalender fürs nächste Jahr anpassen.
Checkliste für deinen regionalen Aussaatkalender
- Letzter/erster Frost als Zeitfenster (keine fixen Daten).
- Phänologische Marker (Hasel, Forsythie, Apfel, Holunder) in deiner Umgebung.
- Mikroklima-Zonen: frühwarm, ausgeglichen, spätkühl.
- Bodentyp, pH, Drainage, Humusstatus; Mulch- und Komposttermine.
- Voranzucht- und Direktsaatstrategien je Kultur.
- Folgesaatintervalle (z. B. Salat 21–28 Tage, Radieschen 10–14 Tage, Bohnen 3–4 Wochen).
- Mischkulturpartner und Fruchtfolge der Familien (4–6 Felder).
- Schutzfenster: Vlies, Netze, Beschattung, Hagelschutz.
- Gründüngungsfenster und Artenmix.
- Notizen zu Ertrag, Geschmack, Resistenzen, Reifezeit – deine Goldmine für nächstes Jahr.
Häufige Fehler – und wie du sie entspannt vermeidest
- Monats-Dogma: Nicht der Monat zählt, sondern Bodentemperatur und Naturzeichen.
- Alles auf einmal pflanzen: Staffelung ist König. Verteile Sätze und Pflanzungen auf mehrere Wochen.
- Fruchtfolge vergessen: Familien jährlich wechseln – sonst droht Bodenmüdigkeit.
- Ohne Puffer planen: Immer eine Backup-Woche und Schutzmaterial einplanen.
- Eine Sorte pro Kultur: Lieber 2–3 Sorten – Resilienz schlägt Perfektion.
FAQ zum regionalen Aussaatkalender
Wie finde ich meinen letzten Frosttermin?
Arbeite mit Spannen aus regionalen Erfahrungswerten und deinen eigenen Notizen. Plane empfindliche Pflanzungen nach diesem Fenster – oder mit Vlies als Sicherheitsgurt.
Was, wenn der Frühling verrückt spielt?
Gelassen bleiben. Sätze strecken, Ersatzsämlinge bereithalten, bei Kälte abdecken. Ein Kalender mit Puffern federt Wetterkapriolen elegant ab.
Wie groß sollen Folgesaat-Intervalle sein?
Radieschen 10–14 Tage, Salat 21–28 Tage, Bohnen 3–4 Wochen. Im Hochsommer Pausen einlegen oder abends säen und beschatten.
Direktsaat oder Voranzucht?
Wurzelgemüse eher direkt, Fruchtgemüse vorziehen, Blattgemüse beides. Entscheidend ist dein Standort – und wie viel Schutz du geben kannst.
Wie integriere ich Blühpflanzen sinnvoll?
Plane pro Saisonphase eine Blühkomponente: Früh (Phacelia), Sommer (Ringelblume, Borretsch), Spät (Cosmea). Verknüpfe Aussaatfenster direkt mit den Gemüsekulturen.
Dein Vorteil mit Biometrie-Info.de
Wenn du deinen Aussaatkalender regional erstellen willst, brauchst du kein Hightech – nur einen wachen Blick, ein paar clevere Routinen und Lust auf Lernen. Bei Biometrie-Info.de kombinieren wir regionale Beobachtung, Bio-Saatgut, Permakultur und phänologische Signale. Das Ergebnis: Ein Kalender, der nicht nur Erträge steigert, sondern Böden aufbaut und Lebensräume für Bestäuber schafft.
Nimm dir heute 30 Minuten: Notiere Frostfenster, zeichne deine Beet-Zonen ein und wähle drei Kulturen, die du dieses Jahr perfekt timen willst. In zwei Wochen wirst du schon ruhiger säen, in zwei Monaten entspannter ernten – und in zwei Jahren staunen, wie gut dein persönlicher Kalender funktioniert. Naturgemäß, nachhaltig, nah dran an deinem Ort.
Viel Freude beim Planen, Säen und Ernten – Schritt für Schritt, im Einklang mit Klima, Boden und Biodiversität.

